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| Liebe Gemeinde von St. Kamillus, liebe Gäste! |
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| Woran können wir uns eigentlich
noch halten? Diese oder ähnliche Fragen können wir heute immer
wieder von neuem hören, wenn Menschen verunsichert sind. Wer sagt uns,
wie unser Leben einen Sinn bekommt und gelingen kann? Woran können
wir uns eigentlich noch halten? Das ist tatsächlich eine Frage, die
viele Christen beschäftigt und die Antworten sind so bunt wie die christliche
Gemeinschaft. |
| Auch die Jünger waren
verunsichert nach dem Tod Jesu. Ängstlich und verschüchtert haben
sie sich zurückgezogen. Da gab es viel mehr Fragen als Antworten. Woran
können wir uns eigentlich noch halten?, das war dabei sicher auch eine
der Hauptfragen. Gottes Geist weckt sie auf, ruft sie heraus aus ihrer Furcht
und Lähmung und macht sie zu begeisterten und begeisternden Jüngern,
die die frohe Botschaft weitertragen, die den Menschen den Anbruch einer
neuen Zeit verkünden. Sie erfahren: Wenn ich mich an Gottes guten Geist
halte, dann brauche ich nichts zu fürchten. Dieser Geist wird mich
führen und leiten. Diesem Geist kann ich vertrauen und mich von ihm
lenken lassen, und das auch in dunklen Zeiten des Lebens. In diesem Geist
werde ich den Weg zum Leben finden. |
| Dieses Vertrauen kommt auch
in einem Ausspruch des hl. Ignatius von Loyola, des großen geistlichen
Lehrers und Führers, zum Ausdruck. Da heißt es: "Nur wenige
Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich der
Führung des Geistes Gottes rückhaltlos überließen."
Ich meine, daran können wir uns halten. Gott hat mit jedem von uns
Großes vor - sein Geist führt uns auf diesem Weg. Gott lädt
uns ein zu gelingendem Leben und hat einen Plan für uns. Er weist uns
durch seinen Geist den Weg. |
| Sie werden fragen: Woran erkenne
ich Gottes Führung? Da gehört einiges dazu: Der erste Schritt
ist für mich schon die Frage und die Suche nach Gottes Geist in meinem
Leben. Und ich vertraue darauf: Wenn ich lerne, auf die leise Stimme in
meinem Her-zen zu hören - auf die Stimme meiner Sehnsucht - auf das
Anklopfen meiner Lebensfragen - auf die nervende Wiederkehr des immer gleichen
Problems, dann komme ich Gottes Geist und seiner Führung in meinem
Leben auf die Spur. Dazu braucht es den achtsamen und wahrnehmenden Umgang
mit mir selbst. |
| Es klingt so einfach: mich
der Führung Gottes überlassen. Ich erfahre, dass es nicht der
einfache Weg ist, mich von Gottes Geist führen zu lassen. Aber für
mich ist es der Weg zu intensivem Leben, der auch der Weg ist, der mich
in die Tiefen und Dunkelheiten, in die Angst und die Zweifel meines Daseins
führt, damit ich daraus neu gestärkt und bestätigt hervorgehe.
Oft können wir diese Führung erst im Nachhinein entdecken, wenn
wir zurückschauen. |
| Gottes Geist lädt uns
alle ein zum Leben; an ihn können wir uns halten und uns seiner Führung
anvertrauen. Ich wünsche es uns, dass wir in unserem Leben immer wieder
erfahren: Auf die Führung des guten Geistes Gottes, daran kann ich
mich halten! |
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| Ihr Pater Krystian Respondek |
| Pfarradministrator |
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