Katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
Klausenerplatz 12/13
14059 Berlin-Charlottenburg
 
 
Die katholische Kirchengemeinde Sankt Kamillus
 
 
Liebe Gemeinde von St. Kamillus, liebe Gäste!
 
Woran können wir uns eigentlich noch halten? Diese oder ähnliche Fragen können wir heute immer wieder von neuem hören, wenn Menschen verunsichert sind. Wer sagt uns, wie unser Leben einen Sinn bekommt und gelingen kann? Woran können wir uns eigentlich noch halten? Das ist tatsächlich eine Frage, die viele Christen beschäftigt und die Antworten sind so bunt wie die christliche Gemeinschaft.
Auch die Jünger waren verunsichert nach dem Tod Jesu. Ängstlich und verschüchtert haben sie sich zurückgezogen. Da gab es viel mehr Fragen als Antworten. Woran können wir uns eigentlich noch halten?, das war dabei sicher auch eine der Hauptfragen. Gottes Geist weckt sie auf, ruft sie heraus aus ihrer Furcht und Lähmung und macht sie zu begeisterten und begeisternden Jüngern, die die frohe Botschaft weitertragen, die den Menschen den Anbruch einer neuen Zeit verkünden. Sie erfahren: Wenn ich mich an Gottes guten Geist halte, dann brauche ich nichts zu fürchten. Dieser Geist wird mich führen und leiten. Diesem Geist kann ich vertrauen und mich von ihm lenken lassen, und das auch in dunklen Zeiten des Lebens. In diesem Geist werde ich den Weg zum Leben finden.
Dieses Vertrauen kommt auch in einem Ausspruch des hl. Ignatius von Loyola, des großen geistlichen Lehrers und Führers, zum Ausdruck. Da heißt es: "Nur wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich der Führung des Geistes Gottes rückhaltlos überließen." Ich meine, daran können wir uns halten. Gott hat mit jedem von uns Großes vor - sein Geist führt uns auf diesem Weg. Gott lädt uns ein zu gelingendem Leben und hat einen Plan für uns. Er weist uns durch seinen Geist den Weg.
Sie werden fragen: Woran erkenne ich Gottes Führung? Da gehört einiges dazu: Der erste Schritt ist für mich schon die Frage und die Suche nach Gottes Geist in meinem Leben. Und ich vertraue darauf: Wenn ich lerne, auf die leise Stimme in meinem Her-zen zu hören - auf die Stimme meiner Sehnsucht - auf das Anklopfen meiner Lebensfragen - auf die nervende Wiederkehr des immer gleichen Problems, dann komme ich Gottes Geist und seiner Führung in meinem Leben auf die Spur. Dazu braucht es den achtsamen und wahrnehmenden Umgang mit mir selbst.
Es klingt so einfach: mich der Führung Gottes überlassen. Ich erfahre, dass es nicht der einfache Weg ist, mich von Gottes Geist führen zu lassen. Aber für mich ist es der Weg zu intensivem Leben, der auch der Weg ist, der mich in die Tiefen und Dunkelheiten, in die Angst und die Zweifel meines Daseins führt, damit ich daraus neu gestärkt und bestätigt hervorgehe. Oft können wir diese Führung erst im Nachhinein entdecken, wenn wir zurückschauen.
Gottes Geist lädt uns alle ein zum Leben; an ihn können wir uns halten und uns seiner Führung anvertrauen. Ich wünsche es uns, dass wir in unserem Leben immer wieder erfahren: Auf die Führung des guten Geistes Gottes, daran kann ich mich halten!
 
Ihr Pater Krystian Respondek
Pfarradministrator
 
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